Diedrichs und Herlitzius in Fishbowl-Setting

HAUSBESUCH

 

Wer das GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau im Dresdner Norden betritt, meint, eine größere Freiheit im Kopf zu verspüren. Genau das war die Absicht des Architekten Richard Riemerschmid, als er 1909 den Fabrikbau entwarf. Heute siedeln innovative Unternehmen auf dem Gelände, denen diese Atmosphäre wichtig ist. Auch Triple Helix DIALOG zählt zu ihnen, eine Beratungsfirma der besonderen Art.

 

Eigentlich haben Lena Herlitzius und Carlo Diedrichs Raumplanung studiert. Wenn es um Städtebau oder Infrastruktur-Vorhaben geht, zählt das Vermitteln zwischen unterschiedlichen Interessen zu den wichtigsten Aufgaben – Stichwort: Bürgerbeteiligung. Bald merkten beide, dass gerade diese Moderationstätigkeit sie interessiert und dass sie weit über die Raumplanung hinaus wichtig ist. Überall, wo komplexe Themen in Angriff zu nehmen sind, stoßen Menschen aufeinander, die einander nicht sofort verstehen.

 

Ein Forschungsprojekt verschlug Herlitzius und Diedrichs nach Dresden. Sie spürten, dass die Technologielandschaft der Region einen besonderen Bedarf an dem weckte, was sie gut konnten. Deshalb blieben sie und gründeten Triple Helix DIALOG. Die Ausschreibung zu smart³ schien genau die Art von Aufgabe bereitzuhalten, nach der beide suchten: Der interdisziplinäre Ansatz war im Programm festgeschrieben. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IWU und anderen Partnern bewarb sich das junge Unternehmen um den Fördertopf.

Diedrichs und Herlitzius mit Moderationstechnik
GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau: Ansprechende Räumlichkeiten für Dialoge

Als erstes kümmerten sie sich um die Organisation der Antragstellung. Die Herausforderung lag darin, Fachleute verschiedener Disziplinen für eine zukünftige Kooperation zu gewinnen und gemeinsame Forschungsthemen zu identifizieren. Dann kam der Zuschlag für smart³, und von nun an ging es für zwölf Monate um strategische Fragen im Auftaktprojekt »start smart«.

 

Triple Helix DIALOG sorgte dafür, dass alle Projektbeteiligten, egal welcher Vorprägung, ein Grundverständnis zu Smart Materials erfuhren und ihre spezifische Rolle in smart³ verstanden. Für das Projekt wurden Bausteine mit Zielvorgaben entwickelt. Herlitzius und Diedrichs arbeiteten an der Roadmap mit, die jedem Beteiligten sagen sollte, mit welchen einzelnen Schritten die ambitionierten Ziele erreicht werden können. Ein gemeinsames begriffliches Grundgerüst für alle zu schaffen, war wichtig. Nun geht es um Prozessbegleitung, die eigentliche Moderationsaufgabe. Höhepunkte sind die turnusmäßig stattfindenden Ideenwerkstätten, die Forscher, Unternehmer und Industriedesigner vereint. Eine Konferenz, bei der sich Podium und Publikum frontal gegenübersitzen – für Herlitzius und Diedrichs kam das nicht in Frage. Noch gut erinnern sie sich an die Skepsis, als sie die Stühle zum ersten Mal im Kreis aufstellten. Fishbowl-Methode! Wer eine Idee einbringen will, geht in den Innenkreis und ruft sich Partner aller benötigten Disziplinen hinzu. Inzwischen muss niemand mehr aufgefordert werden. Es funktioniert. Besonders beliebt als Orte für Brainstormings sind die historischen Hellerauer Werkstatt-Räume.

Vorbereitete Dialogmappe
Maßgeschneiderte Dialogformate stärken die Kooperation zwischen Ingenieuren, Gestaltern und Unternehmen.