22.03.2019

1. Platz für smartes Baby-Kissen

Lukas Boxberger, Isabel Schulze und Laura Heine (Fraunhofer IWU) haben mit dem cumulino beim SAXEED-Ideenwettbewerb den ersten Platz belegt. Das smarte Baby-Kissen, das als smart³-Projekt begann und intelligente Werkstoffe nutzt, ist damit weiterhin auf Erfolgskurs.

Geräuschlos und sanft bewegt cumulino den Kopf des Säuglings nach rechts und links. Die weichen Bewegungen der smarten Babykopf-Matratze sollen die Gesundheit des Kindes schon früh fördern. Bekannt ist, dass ständiges Liegen auf dem Hinterkopf Verformungen verursacht, die schwere, gesundheitliche Folgen bis ins Erwachsenenalter hervorrufen können. Statt Helmtherapie, Hydraulik oder Motoren funktioniert cumulino mittels verbauter, thermischer Formgedächtnislegierungen. Die Bewegung wird durch eine zuvor angelernte Form erzeugt, in welche die smarten Werkstoffe durch Wärmezufuhr zurückkehren. Geschwindigkeit, Häufigkeit und Neigungswinkel der Bewegung können so individuell angepasst werden. Konkurrierende Alternativen stellt es damit in den Schatten.
Cumulino entstand als ein smart³-Semesterprojekt in Kooperation mit dem Fraunhofer IWU und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Ideengeber und Initiator Lukas Boxberger schrieb zum Thema zunächst seine Bachelorarbeit. Cumulino überzeugte und wurde nach einem erfolgreichen Projektantrag zum BMBF-geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekt im Bereich smart Health. Um den studierten Produktdesigner Boxberger entstand ein eigenes Projektteam am Fraunhofer IWU Dresden mit Isabel Schulze und Laura Heine, um cumulino bis zur Serienreife weiterzuentwickeln.

Das cumulino-Team gewann nun beim SAXEED-Ideenwettbewerb den ersten Platz in der Kategorie „Wissenschaft“. Nach dreiminütigem Pitch konnte Lukas Boxberger trotz harter Konkurrenz die Jury und das Publikum mit cumulino überzeugen. Überraschend sei der Sieg gewesen und eine gute Motivation, weiterzumachen, sagte er im Gespräch. Gemeinsam mit Projektmitarbeiterin Isabel Schulze nahm er das Preisgeld von 1.000 Euro, gestiftet aus dem Technologiegründerfond Sachsen (TGFS), im Rahmen der SAXEED-Veranstaltung entgegen. SAXEED gilt als wichtigstes Gründernetzwerk der südwestsächsischen Hochschulen.

Von dem Gewinn wolle er zunächst einmal offene Kosten decken, die bereits in die Entwicklung des cumulino geflossen sind, sagte Lukas Boxberger weiter. Auch das fleißige Team möchte er mit einer Essenseinladung belohnen, um gemeinsam gestärkt und mit frischem Elan an der Weiterentwicklung des cumulino arbeiten zu können. Beim Blick in die Zukunft verriet Lukas Boxberger noch, dass die Erfolgsgeschichte von cumulino weitergeht. Interessierte Kliniken wollen mit dem smarten Kissen erste, klinische Studien durchführen. Damit peile man den medizinischen Markt an. Danach könne cumulino auch für den Konsumermarkt fit gemacht werden. Die vielen, anderen Ideen rund um die Technologie, beispielsweise als aktive Matratzen für Erwachsene, werden anschließend als neue Forschungsprojekte weiterverfolgt. Eine endgültige Ausgründung rücke so in greifbare Nähe, sei aber noch ein langer Weg, betonte Lukas Boxberger.

Das smart³-Projekthaus gratuliert zur Auszeichnung und ist gespannt auf weitere Erfolgsgeschichten mit den smart materials.