IF/THEN: WENN Wissenschaft, Kunst und Design aufeinander treffen, DANN ...

Wer immer die gleiche Frage stellt, erhält immer die gleiche Antwort. Neue Fragestellungen befördern neue Antworten. Neue Fragestellungen befördern neue Antworten. Daher war es ein Anliegen des Projektes, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst frühzeitig interdisziplinär zu diskutieren und mit einem erweiterten Horizont Perspektiven für die Anwendung von Programmierbaren Materialien zu skizzieren.

Was steckt hinter den programmierbaren Materialien? 

Sie sind Werkstoffe, die aufgrund ihrer inneren Struktur lokal definiert (bzw. programmiert) verschiedenste Funktionen realisieren können. Dabei sind je nach Auslöser unterschiedliche Verhalten möglich. Die verantwortliche strukturelle Ausprägung der Materialien kann komplexe WENN-DANN-SONST-Beziehungen bewerkstelligen: WENN das Material stärker zusammengedrückt wird als 10 Prozent, DANN nimmt die Steifigkeit aufgrund der Arretierung schlagartig zu, SONST ist sie wie vorher.

Funktionssysteme, die bisher über Mehr-Komponenten-Baugruppen realisiert wurden, sind nun in einem Ein-Material-System úmsetzbar. Beispielweise können in Zukunft die Sitze und das Armaturenbrett im Auto, genauso wie eine Prothese oder ein Exoskelett durch die Nutzer*innen individuell immer wieder angepasst oder zurückgestellt werden. Weiterhin kann die Reaktion des Materials selbst so eingestellt werden, dass es genau die Funktion erfüllt, die durch die Anwendungsdesigner*in vorgegeben wurde. Erste Ergebnisse im Umgang mit Programmierbaren Materialien liegen forschungsseitig vor. Nun braucht es Perspektiven sie in die Anwendung zu bringen und lebendig werden zu lassen.

function follows structur: Wie macht man eine Idee von der Zukunft sichtbar?

Wurden Materialien früher „oberflächlich“, an ihrer Hülle bearbeitet, steht jetzt die Struktur der Materialien im Fokus: Weg von der leblosen Materie hin zur Idee der Programmierbaren Materialien. Die hohe (Funktions-)Integration, nicht in Bauteilen, sondern im Material, stellt traditionelle Materialcodes infrage. 

Welche Hürden gibt es, solche Ideen sichtbar zu machen?

Die Frage nach den Anteilen an Qualitäten des verwendeten Materials und menschlicher Schöpfungskraft lässt sich nicht mehr klar beantworten und stellen eine Herausforderung für deren Aneignung dar. Darauf müssen auch gestalterisch Antworten gefunden werden.

IF/THEN - Programmierbare Materialien im Klub Solitaer e. V.: 

Fast 30 Künstler*innen, Industriedesigner*innen und Architekt*innen haben sich gemeinsam mit smart³ und dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU Dresden auf den Weg gemacht, programmierbaren Materialien ein Gesicht zu geben. Denn hier wird in Zukunft mit den neuen Materialien gearbeitet. Der Klub Soliataer in Chemnitz präsentiert ab dem 30. April 2022 die Ergebnisse. 

Was: IF/THEN. Programmierbare Materialien 
Wer: Fraunhofer CPM, Klub Solitaer e.V., Hochschule Wismar und smart³ e.V.
Wann: ab dem 30. April 2022 bis zum 5. Juni 2022, Frei-Sa: 18-22 Uhr, So: 15-21 Uhr 

Wo: Eine temporäre Ausstellung in der Galerie HINTEN auf der Augustusburger Str. 102 in 09126 Chemnitz

Vernissage: 30. April 2022 ab 19.00 Uhr