Ziel des Forschungsprojektes war es, eine Methode zu entwickeln, mit der systematisch erfasst wird, wie Produkte auf Basis von smart materials von technischen Laien wahrgenommen werden und wie eine Verbesserung der Bewertung dieser Innovationen ermöglicht wird. Hierbei stand die Frage der Akzeptanz der intelligenten Werkstoffe im Vordergrund.

Doch was ist Akzeptanz eigentlich? Die Sozialwissenschaft definiert technikorientierte Akzeptanz als zusammengesetzt aus drei Dimensionen: der Einstellung, den subjektiven Normen und Werten sowie dem beobachtbaren Verhalten (Handlung). Um eine systematische Akzeptanzevaluation durchführen zu können, muss demnach geprüft werden, ob eine Innovation positiv oder negativ bewertet (Einstellung) wird und ob das Produkt den Werten (z. B. Umweltfreundlichkeit) der Person entspricht. Über die Handlungsdimension kann zusätzlich die praktische Relevanz und das direkte Bekenntnis zur Innovation erfasst werden. Im Fall von produktorientierten Demonstratoren mit smart materials sind Kaufintensionen oder das Teilen der Informationen mit Freunden und Bekannten beobachtbare Verhaltensweisen.

Um alle drei Dimensionen objektiv erfassen zu können, wurde ein Evaluationsinstrument entwickelt und anhand zweier Projekte aus dem Innovationsnetzwerk smart getestet. Exemplarisch wird am Beispiel von »Cumulino« das Verfahren verdeutlicht. Jeweils 20 Elternteilen und 20 Hebammen wurde »Cumulino« vorgestellt, jedoch ohne besonders auf die technische Ausstattung einzugehen. Die andere Hälfte der Probanden erhielt ausführliche Informationen über die Funktionen von Formgedächtnislegierungen im Kopfkissen. So entstanden insgesamt vier Gruppen von Teilnehmenden (Eltern und Hebammen mit und ohne Informationen zu Formgedächtnislegierungen).

Die Untersuchung zeigt, dass das Evaluationsinstrument sensibel zwischen Personengruppen unterscheiden kann. So schätzten die erfahrenen Hebammen im Gegensatz zu den jungen Eltern »Cumulino« ohne weitere Information kritischer ein. Die informierten Hebammen hatten dagegen eine deutlich positivere und mit den informierten Eltern vergleichbare Meinung. Eltern ohne Information waren dagegen leicht positiver eingestellt – wahrscheinlich mutete das Kissen ohne Hintergrundwissen weniger technisch an.

Durch das Forschungsprojekt wird deutlich, dass ausführliche Wissensvermittlung über die Funktionen von Formgedächtnislegierungen die Bewertung und folglich die Akzeptanz von potenziellen Produkten mit smart³-Technologien verbessern können.

 

Text: Stephanie Müller, Gundula Hübner