THEMA

Es seien wahre Zaubermaterialien, ihre Fähigkeiten seien magisch, die Potenziale enorm. So oder ähnlich werden smart materials immer wieder beschrieben. Doch bislang sind die Materialien nur einem vergleichsweise kleinen Kreis von Eingeweihten bekannt.

Dies zu ändern ist eine der Aufgaben von smart³. Unternehmen können ihre Angestellten in Sachen Werkstoff-Know-how schulen lassen, Auszubildende und Studierende erhalten im Rahmen von Workshops und Projekten Einblicke in die Welt der smart materials. Und auch in Schulen vermitteln die Experten von smart³ Wissen über Formgedächtnislegierungen, Piezokeramiken und Co. an die Schüler. Damit soll zunächst natürlich die Neugier auf die Materialien und die ihnen zugrunde liegenden physikalischen Zusammenhänge geschaffen werden, das Material soll begeistern und zum Ausprobieren anregen. Gleichzeitig sollen die Schulkinder eigene Ideen entwickeln, das theoretisch Erlernte praktisch anwenden und selbstständig Problemstellungen lösen.

Es soll Begeisterung und Neugier für die Materialien geweckt werden.

Das Repertoire zur schülerspezifischen Vermittlung von Werkstoffwissen bei smart³ ist dabei in den vergangenen Jahren stetig angewachsen. Die Lernangebote umfassen inzwischen kurze Bastelanleitungen ebenso wie komplexe Unterrichtseinheiten, schulische Vermittlungsangebote sowie Ferienworkshops. So eignen sich etwa die von den Technischen Sammlungen Dresden entwickelten »Paper Beasts« und »Dosenfische« bereits für Grundschüler. Weiterführende Angebote wie das »smeX-Kit« umfassen Experimentieraufbauten unterschiedlicher Komplexität, in denen smart materials in andere Systeme eingesetzt oder separat angesteuert werden können. In umfassenden Workshops erlernen die Schüler neben Wissen um smart materials weitere Fertigkeiten wie etwa die Arduino-Programmierung, das Löten oder auch die Grundlagen der Elektrotechnik.

Die im Rahmen von smart³ entwickelten Vermittlungsangebote sind dabei so vielfältig wie deren Inhalte und reichen von Schülerworkshops bis hin zu mehrtägigen Science Camps in den Schulferien. Das Fraunhofer IWU entwickelte darüber hinaus gemeinsam mit Physiklehrern des Dresdner Vitzthum-Gymnasiums und mit dem DLR_School_Lab Dredsen Experimentieranordnungen für den Physikunterricht an Oberschulen und Gymnasien, die in vorgefertigten Modulen die Grundzüge der smart materials erklären, aber auch das freie Experimentieren mit dem Material ermöglichen.

Mit diesen Angeboten sollen Kinder und Jugendliche für neue Materialien begeistert werden. Die Experimente regen zum Weiterdenken an und motivieren, eigene Lösungen zu entwickeln. Und vielleicht bringen die smart³-Experimente auch den Ingenieur oder Produktdesigner von morgen hervor. Auf jeden Fall kennen sie dann bereits die Einsatzmöglichkeiten der intelligenten Werkstoffe.

 

Text: Mattes Brähmig