Der von der SYN Stiftung ins Leben gerufene Forschungstag in der Leopoldina war dialogische Plattform für transdisziplinäre Interventionen und Interaktionen zwischen den »smart materials satellites« Projektpartnern und der Öffentlichkeit. Grundziel dieser Zwischenpräsentation war die Vorstellung und Diskussion des Projektes im erweiterten Expertenkreis. Anregungen fanden Eingang in die Transfermethoden wie »Mobiles Laboratorium«, »Forschungsresidenzen« und »Perspektivenprojektor« mit den spezifischen Experimentier- und Dialogformaten. Die Präsentation gab die Möglichkeit, Zielgruppen an einem Ort zu vereinen und Experten für Methoden der transdisziplinären Forschung, Wissenschafts- und Technikkommunikation zu gewinnen. Die Leopoldina bot ein adäquates Forum zur Vorstellung der Ergebnisse der Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Kontext der Wissenschaft und des Alltags. smart materials sind Materialien ganz neuer Art, die weder der breiten Öffentlichkeit bekannt noch Gestaltern vertraut sind. Ihre komplexe Struktur und schwer erkennbare Funktionalität erschwerte bislang ihre Kommunikation und Vermittlung. Ziel war, diesen fehlenden Wissenstransfer zwischen den Wissenschaften, der Öffentlichkeit und den Gestaltungsdisziplinen in Gang zu bringen.

Die Intelligenz der smart materials ist vor allem eine, die von Menschen nachträglich konstruiert wird. Diese Werkstoffe verkörpern damit auch stets soziokulturelle Aspekte. Es sind aber auch mediale Materialien, die Prozesse übertragen und speichern können. Im Kontext »Künstlerische Forschung« ging es am Beispiel der »Forschungsresidenzen« in den Meisterhäusern in Dessau und in den Technischen Sammlungen Dresden um eine Form der Erkenntnisgewinnung durch Kunst im Forschungsprozess.

Auch im Forschungskontext »smart materials satellites« gilt: Eine von künstlerischer Praxis losgelöste Theorie gibt es nicht, ähnlich wie es in der Designforschung nicht ohne Gestaltungspraxis geht.

Das Erkenntnisinteresse wird offengelegt. Dieser Moment der Darstellung kann als ein erkenntnisproduzierender Augenblick aufgefasst werden. Was ist Träger des Wissens, wenn nicht der wissenschaftliche Artikel im Mittelpunkt steht? Das bedeutet, dass in einer Kunst als Forschung Bilder, visuelle und auditive Kompositionen, Performances oder Filme etc. als Forschungsergebnisse und Übermittler des Wissens rangieren. Zum sprachlich Fassbaren treten andere Formen der Darstellung. Das Medium wird selbst zum Bedeutungsträger.

 

Text: Dagmar Varady-Prinich
Foto: Uwe Walter, Berlin