Kaum ein Raum ist akustisch perfekt. Wenn beispielsweise klassische Musik einstudiert wird, gehen viele Musiker Kompromisse ein, da jeder Probenraum anders klingt. Zusätzlich benötigt jedes spezielle Musikensemble seine eigene, persönliche Raumakustik. Ein Forschungsteam aus dem Innovationsnetzwerk nahm sich der Aufgabe an, die Akustik in Probenräumen an die individuellen Bedürfnisse von Musikern anzupassen.

Der Grundgedanke von »SOUNDADAPT« ist, das Reflexionsverhalten von Wänden und Decken mithilfe von Formgedächtnislegierungen (FGL) variabel zu gestalten: zwischen schallharter Reflexion und schallweicher Absorption. Die Änderung zwischen diesen beiden Zuständen erfolgt über eine smarte Aktorik, mit der unterschiedliche Strukturelemente der Oberfläche einzeln angesteuert und bewegt werden können.

Für die Realisierung dieser Idee fanden sich sechs Projektpartner zusammen: Designerinnen der Weißensee Kunsthochschule Berlin entwickeln gemeinsam mit der Schirmer GmbH Beratende Ingenieure und der ADA Acoustics & Media Consultants GmbH Konzepte für adaptive Oberflächen, die akustisch simuliert und optimiert werden. Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU steuert seine Expertise im Bereich der smart materials bei und verknüpft die akustischen Anforderungen mit den Wünschen der Musiker. Die Firmen DIGALOG GmbH und SBS Bühnentechnik GmbH arbeiten gemeinsam an einem Prototyp, der in verschiedenen Probenräumen nicht nur messtechnisch untersucht, sondern auch von Musikern für ihr Instrumentenspiel testweise verwendet wird.

„Das, was Sie vorhaben, ist der Traum aller aktiven Musiker.“

So das Zitat einer Opernsängerin zur Idee von »SOUNDADAPT«. Die Projektpartner im Innovationsnetzwerk fühlen sich dieser Motivation verpflichtet. So wurden bereits Kontakte zu namhaften Konzertspielstätten und zu unterschiedlichen Bildungseinrichtungen hergestellt.

Text: Björn Knöfel